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Über Mathias

Engagements

26.02.2005 18:46:39
Romeo & Julia
24. Februar 2005 - 8. Juli 2006, Erstbesetzung Benvolio
Raimund Theater Wien
Musical von Gerard Presgurvic
deutsche Erstauff├╝hrung
Mathias Edenborn war in dieser Produktion der Vereinigten B├╝hnen Wien im Raimund Theater in Wien vom 24. Februar 2005 bis zum 8. Juli 2006 der Benvolio. Bilder dazu finden sich im Bereich Bilder z.B. unter "Bilder - R&J Premiere".
1.Akt

Der F├╝rst des Stadtstaates Verona begr├╝├čt uns in seiner sch├Ânen, aber von t├Âdlichen R├Ąnken erf├╝llten Stadt. Kaum kehrt er einmal den R├╝cken, bekriegen sich die hier schon seit langem verfeindeten Familien Capulet und Montague aufs Neue. Alle Warnungen des F├╝rsten, dass diese H├Ąndel am Ende t├Âdlich sein werden, schlagen sie in den Wind.

Lady Capulet und Lady Montague f├╝rchten zwar auch gemeinsam die Folgen des Hasses, aber voller Bitterkeit werfen sie sich nur gegenseitig vor, daf├╝r verantwortlich zu sein. Benvolio wird von Lady Montague ausgeschickt, um seinen Cousin, ihren Sohn Romeo, zu holen. Romeo streift meist durch die Stadt, zwischen Schw├Ąrmerei und Melancholie verloren, irgendwo hinter einem M├Ądchen her - in tiefster Seele aber sich nach der einzig wahren Liebe sehnend.

Julia sitzt derweil sittsam in ihrer Kammer und tr├Ąumt davon, ihre Liebe einmal dem Richtigen schenken zu d├╝rfen. Paris, des F├╝rsten reicher Neffe, ist es sicher nicht, den sie meint! Eitel und arrogant erscheint er im Haus der Capulets und h├Ąlt um Julias Hand an. Geehrt (auch von der wirtschaftlichen Seite ist dieser Antrag einer ├ťberlegung wert), aber nicht wirklich gl├╝cklich, l├Ądt Lord Capulet den jungen Mann diplomatisch zum Ball am selben Abend ein, damit er dort Julia kennenlernen und selbst um sie werben soll.

Die Amme und die Mutter, Lady Capulet, haben sofort Wind davon. Gemeinsam versuchen sie, Julia eine Heirat schmackhaft zu machen, wissen sie doch selbst, welche Freiheiten eine kluge Frau sich dadurch erringen kann. Wie immer, sobald die Mutter drau├čen ist, vertraut sich Julia aber ihrer Amme an: sie sei zu jung und auf jeden Fall m├Âchte sie nur den heiraten, den sie auch wirklich liebe. Die Amme schillt sie verw├Âhnt, denn Liebe und Ehe seien schlie├člich zweierlei!

Romeo, Benvolio und Mercutio, die drei unzertrennlichen Montagues, f├╝hlen sich freier als die Herrscher der Welt und feiern ├╝berm├╝tig ihr gro├čartiges Leben. Mercutio hat erfahren, dass bei Capulets ein Ball stattfindet und schl├Ągt vor, das Fest zu sprengen. Romeo hat schwere Bedenken, seine Freunde ├╝berzeugen ihn aber, und so gehen sie maskiert auf den Ball.

Liebe ├╝berw├Ąltigt beide sofort, als Romeo Julia begegnet - eine Liebe, die durch nichts mehr aufzuhalten ist. Romeo wei├č, dass sie eine Capulet ist, Julia erf├Ąhrt von der Amme, dass der Mann, dessen Namen sie nicht kennt, Romeo, der Sohn der Montagues ist und sie ihn hassen m├╝sste... aber der Pfeil sitzt schon zu tief.

Tybalt, den man auch h├Ątte "Raufbold" taufen k├Ânnen, und der schon bei Graf Paris Auftauchen vor Eifersucht geplatzt ist, riecht die Begegnung von Romeo und Julia f├Ârmlich. Er beklagt, dass sein Leben von Kleinauf von Ha├č bestimmt ist und er nie eine andere Wahl hatte - er ist ein Kind der Gewalt, von Hass und Grausamkeit!

Auf ihrem Balkon gesteht sich Julia hingegen ein, dass sie den "Feind" Romeo liebt und entschlossen ist, um diese Liebe gegen alle Widerst├Ąnde zu k├Ąmpfen. Und auch Romeo, der ohne der Gefahren zu achten, unter ihrem Balkon erscheint, gibt sich zu erkennen, bereit, f├╝r seine Liebe alles zu wagen. Julia gibt ihm eine wei├če Rose als Unterpfand: Wenn er sie wirklich liebt, wird er die Rose ihrer Amme zur├╝ckgeben und durch sie sagen, wann und wo die Hochzeit sein soll.

Pater Lorenzo, den Romeo aufsucht, ist zun├Ąchst voller Furcht, redet sich aber schlie├člich ein, dass die Liebe zwischen den Kindern vielleicht den Hass der Erbfeinde verwandeln kann. Schlie├člich stimmt er der Heirat zu, weil er hofft, die Familien zu vers├Âhnen, und er empfiehlt Romeo nur auf Gott zu vertrauen.

Julias Amme, die Romeo sucht, wird w├Ąhrenddessen durch Mercutio, Benvolio und die anderen Montagues ziemlich frech und grob angegangen. Romeo findet und befreit sie. Er schw├Ârt der Amme nicht nur, dass er Julia liebt, sondern gibt ihr die Rose, damit sie Julia sage, Pater Lorenzo sei bereit, sie zu verheiraten. Die Amme sinnt ├╝ber Julias Leben nach und macht sich Sorgen, was wohl passieren wird, wenn die Familien erfahren, dass ihre Kinder sich verm├Ąhlt haben. Sie neckt Julia, bevor sie der Braut er├Âffnet, dass sie schon erwartet wird, um mit Romeo getraut zu werden.

In aller Heimlichkeit, nur mit Lorenzo und der Amme als Zeugen, wird die Hochzeit vollzogen. Die Liebenden sinken sich in die Arme und f├╝r den Moment siegt die Liebe.
2.Akt

In den Stra├čen von Verona hat sich inzwischen herumgesprochen, dass Romeo in Julia verliebt ist. Und als Mercutio und Benvolio ihn zur Rede stellen, gibt er zu, dass f├╝r ihn nichts mehr z├Ąhlt, als Julias Liebe. Ihr Vetter Tybalt, der ebenfalls Julia liebt, sie aber in Wahrheit nie bekommen w├╝rde, tritt lautstark auf und droht, Romeo heute umzubringen, weil der ihm Julia geraubt habe, dabei wei├č er noch gar nichts von den neuen Blutsbanden, die ihn mit Romeo verbinden!

Romeo will aber nicht k├Ąmpfen - schon gar nicht gegen seinen neuen Verwandten! Mercutio, ebenso ein Hitzkopf wie Tybalt, greift die Herausforderung an Romeos Stelle begierig auf. Als Roemo sich dazwischen wirft, um den Kampf zu verhindern, entwindet Tybalt ihm den Dolch und ersticht damit Mercutio. Bevor Mercutio in Romeos Armen stirbt, verflucht er die beiden verfeindeten H├Ąuser. Voller Schuldgef├╝hl, Wut und Rachlust packt Romeo seinen Dolch, den selben, der seinen Freund get├Âtet hat, und ersticht Tybalt.

Beide Familien und der F├╝rst eilen herbei, und w├Ąhrend Romeo versucht, sich zu rechtfertigen, schw├Âren die Capulets Rache. Der F├╝rst verzichtet darauf, Romeo zum Tode zu verurteilen, aber er schickt ihn ins Exil, nach Mantua, in die Stadt der Verbannten.

Das Schicksal ist ungerecht! W├Ąhrend Julia vom Tod ihres Cousins Tybalt und dem Mercutios erf├Ąhrt, beklagen die Amme und Pater Lorenzo gemeinsam, dass der Funken Hoffnung auf Frieden, den sie durch die Heirat hatten, dahin ist.

Die Hochzeitsnacht, die erste und letzte Nacht, die Romeo und Julia zusammen verbringen k├Ânnen, wird durch das Lied der Lerche unterbrochen. Ihnen ist klar, dass Romeo verbannt ist, und dass sie sich trennen m├╝ssen. Romeo macht sich auf, mit dem Versprechen, sehr bald wiederzukommen.

Vater Capulet glaubt, Julias vermeintlichen Kummer ├╝ber Tybalts Tod tr├Âsten zu k├Ânnen, indem er f├╝r den n├Ąchsten Tag ihre Hochzeit mit Graf Paris vorbereitet! Als Julia davon durch ihre Mutter erf├Ąhrt, wendet sie sich zuerst nat├╝rlich hilfesuchend an die Amme. Aber auch diese meint, es sei das Beste, sich zu f├╝gen, da Romeo nicht zur├╝ckkommen d├╝rfe. Julia bleibt aber bei ihrer Weigerung, und Capulet muss ├╝ber die Freuden und Sorgen sinnieren, die es mit sich bringt, eine Tochter gro├čzuziehen.

In Mantua erkennt Romeo w├Ąhrenddem, dass es ihm g├Ąnzlich unm├Âglich sein wird, ohne Julia hier zu leben. Zur gleichen Zeit sucht Julia den Pater auf, der der Einzige ist, zu dem sie noch Vertrauen haben kann. Ihn bittet sie um Hilfe und nach einigem Z├Âgern gibt er ihr einen Trank, der sie tot erscheinen lassen wird, w├Ąhrend sie in Wirklichkeit nur schl├Ąft. Pater Lorenzo verspricht Julia, zugleich einen Brief an Romeo zu schreiben, um ihn in den Plan einzuweihen, damit er in Verona zur├╝ck ist, wenn sie wieder erwacht. Dann werden beide zusammen fliehen k├Ânnen. Lorenzos Brief kommt jedoch nicht an: der Bote wird aufgehalten, findet Romeo nicht mehr.

Julia hat gro├če Angst und gro├če Zweifel, ob der Plan wirklich gut ist, sie entschlie├čt sich aber doch, den Trank zu nehmen, um mit ihrem Romeo vereint zu werden. Das "Gift" wirkt unverz├╝glich. Mutter und Amme m├╝ssen Julias Tod erkennen, und die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer in den Stra├čen Veronas.

Benvolio begreift, dass er - der Freund und Vertraute Romeos - ihn vom Tod seiner Frau unterrichten muss. In Mantua trifft Benvolio auf Romeo, und als dieser ihn nach Julia fragt, bricht es aus ihm heraus, dass sie gestorben ist. Romeo kann nicht glauben dass seine Liebe tot sei, rei├čt sich los, besorgt sich selber Gift und st├╝rmt nach Verona. Dort ├Âffnet er die Gruft der Capulets und glaubt zu erkennen, dass wahr ist, was Benvolio erz├Ąhlt hatte: er muss Julias sterbliche ├ťberreste aufgebahrt sehen.

Um nicht von ihr getrennt zu sein, legt sich Romeo neben sie und schluckt sein Gift. Schnell stirbt er im Todesku├č mit Julia dahin - w├Ąhrend Julia erwacht! Vor lauter Gl├╝ck, ihren Romeo bei sich zu finden, merkt sie erst nach und nach, das es ihr nicht mehr gelingen wird, ihn aufzuwecken. Nun beschlie├čt auch sie, ihr Leben zu beenden, ehe sie ohne ihre Liebe leben soll. Erst sucht sie noch einen Tropfen Gift auf seinen Lippen, dann nimmt sie Romeos Dolch, ersticht sich und bleibt ihm so f├╝r alle Ewigkeit verbunden.

Pater Lorenzo erf├Ąhrt entsetzt, dass seine Nachricht Romeo nicht erreicht hat, er begibt sich eilig zur Gruft der Capulets, um Julia aufzuwecken und muss die beiden Toten finden. Das stellt seinen Glauben fundamental in Frage. Voll Zorn klagt er Gott an, wie er es zulassen konnte, dass diese beiden Kinder starben.

Die traurige Szene ├╝berw├Ąltigt die beiden Familien, die mit ihrem Anhang und dem F├╝rsten in der Gruft Romeo und Julia tot beieinander liegend finden. Sie begreifen ihre Schuld nur zu genau, dass ihre unvers├Âhnliche Feindschaft zum Tod gef├╝hrt hat, und beschlie├čen, ihre Kinder gemeinsam zu begraben.
Quelle: Programmheft